Psoriasis (Schuppenflechte): Allgemeine Informationen über die Krankheit, Medikamente & Therapie

Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Haut. In diesem Artikel geben wir nicht nur einen kurzen Abriss über die typischen Symptome bei Psoriasis , sondern berichten auch über Auslöser, gängige Medikationen und aktuelle Ansätze in der Therapie.

Krankheitsbild

Als Psoriasis (Schuppenflechte) wird eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut bezeichnet, bei welcher die Zellen der obersten Hautschicht aufgrund eines gutartigen, aber unkontrollierten Zellwachstums schneller an die Oberfläche wandern. Dadurch kommt es zu punktförmigen bis handflächengroßen, silbrig-weißen Schuppen. Unter diesen auch als Plaques bezeichneten Verschuppungen ist die Haut entzündlich gerötet. Die Erkrankung verläuft entweder chronisch oder ist durch wiederkehrende Schübe, die durch beschwerdefreie bzw. -arme Intervalle unterbrochen werden, gekennzeichnet.

Die Schübe werden häufig durch bestimmte Triggerfaktoren wie starke psychische oder physische Belastungen (u. a. Stress, Infektionen) oder auch hormonelle Umstellungen ausgelöst.

Möglichkeiten der Medikation

Die Behandlung der Psoriasis (Schuppenflechte)

Die Psoriasis ist zwar nicht heilbar, kann aber gut therapiert werden. Dabei wird die Schuppenflechte vor allem mit Cremes, Gels oder Salben lokal von außen (topische Therapie) oder in Form von Tabletten oder Injektionen von innen (systemische Therapie) behandelt.

Die medikamentöse Therapie

Bei leichten bis mittelschweren Psoriasisformen werden die betroffenen Hautbereiche in der sogenannten Induktionstherapie (anfängliche Gabe hoher Arzneimitteldosen) topisch mit

  • Glucocorticoide,
  • Calcineurininhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus),
  • Dithranol,
  • Tazaroten (Retinoid) sowie
  • Vitamin D

behandelt. Sind mehr als 10 Prozent der Körperoberfläche betroffen (= schwere Verlaufsform), kommen zudem systemisch

  • Ciclosporin A (Calcineurininhibitor),
  • Fumarinsäurester,
  • Methotrexat (MTX),
  • Psoralenen (im Rahmen einer PUVA-Therapie),
  • Acitretin (Retinoid) sowie
  • Biologika (Adalimumab, Infliximab, Etanercept, Ustekinumab)

zum Einsatz.

Glucocorticoide (Cortison) wirken unter anderem hemmend auf die psoriatischen Entzündungsprozesse und drosseln das Immunsystem. Sie werden vom Körper selbst in der Nebennierenrinde gebildet und beeinflussen sämtliche Gewebestrukturen im Körper. Eine längere Anwendung kann entsprechend mit verschiedenen Nebenwirkungen wie Stoffwechselstörungen, Wasser- und Fetteinlagerungen, Muskel- und Knochenschwund oder auch Akne einhergehen. Daher werden höher dosierte Glucocorticoide zumeist lediglich initial verwendet.

Calcineurininhibitoren unterdrücken als sogenannte Immunsuppressiva das Immunsystem. Dabei hat sich insbesondere Primecrolimus und Tacrolimus in klinischen Studien zur Behandlung von Psoriasis-Läsionen im Gesichts- und Genitalbereich bewährt. Cisclosporin A hemmt Hautentzündungen und wird aufgrund seiner Nebenwirkungen (u. a. Leber-, Nieren-, Darmschädigungen) bei Psoriasisformen angewandt, die durch eine konventionelle systemische Therapie nicht behandelt werden können.

Dithranol gehört zur Gruppe der Antipsoriatika und verfügt über das Zellwachstum hemmende und entzündungshemmende Eigenschaften. Harnstoff bzw. Salicylsäure verstärken die Wirkung von Dithranol, weshalb diese häufig kombiniert in Salben oder Cremes eingesetzt werden.

Retinoide unterstützen die Regeneration der Zellen in der Oberhaut und hemmen das Plaquewachstum, indem sie die Zellteilungsrate bestimmter Zellen in den Psoriasisherden drosseln. Dabei wird Tazaroten in Gels bei leichten bis mittelschweren und Acitretin bei schweren Psoriasisformen eingesetzt. Aufgrund der starken Nebenwirkungen wird Acitretin nur nach genauer Risiko-Nutzen-Abwägung angewandt.

Vitamin-D-Derivate wie Calcipotriol oder Tacalcitol unterdrücken die psoriatischen Entzündungsprozesse und werden in Form von Salben oder Cremes zur lokalen Behandlung eingesetzt.

Fumarinsäurester zielen vor allem auf eine Reduzierung der Hautenzündungen. Sie kommen systemisch bei schweren Verlaufsformen zum Einsatz, die mit einer lokalen Therapie lediglich unzureichend behandelbar sind.

Das vor allem im Rahmen der chemotherapeutischen Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzte Methrotrexat (MTX) hat sich auch in der Therapie mittelschwerer und schwerer Psoriasisformen bewährt. Methrotrexat unterbindet die Zellteilung, indem es die DNA-Bildung bremst.

Können mittelschwere und schwere Verläufe nicht oder nur unzureichend durch andere Behandlungsformen kontrolliert werden, können sogenannte Biologika infrage kommen. Biologika drosseln die psoriatischen Entzündungsprozesse und werden in aller Regel gut vertragen.

 

Zusätzliche Behandlungsmaßnahmen

Zusätzliche Behandlungsmaßnahmen

Um die Wirkung der Medikamente zu unterstützen, werden diese oftmals mit verschiedenen Behandlungsmaßnahmen wie Salzbädern zur Linderung von Hautreizungen oder dem Einsatz von Fischen, die locker sitzende Schuppen abtragen und die betroffenen Hautbereiche so für eine topische Behandlung oder Lichttherapie vorbereiten, kombiniert. Im Rahmen der Lichttherapie wird UVA-Licht eingesetzt, das den psoriatischen Entzündungsprozessen entgegenwirkt. Häufig werden zusätzlich sogenannte Psoralene auf die zu bestrahlenden Hautbereiche appliziert, da diese die Lichtempfindlichkeit der Hautzellen erhöhen (= PUVA-Therapie).

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